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Trinkgeld für den Kellner?

am . Veröffentlicht in News

An diesen Tagen haben die lokalen Medien in Virovitica berichtet, dass die Steuerinspektoren in ihrer Stadt ein Cafe für fünf Tage gesperrt haben, mit einer zusätzlichen Geldstrafe in Höhe von zehn Tausend kuna ( 1350€ ), wegen 50 kn (6,7€) Überschuss in der Kasse. Diese Nachricht hat die Gastronomen zum Denken gebracht aber hat auch zu Kritik gegenüber der Steuerbehörde geführt.

In der Praxis ist es weltweit üblich, dass der Kellner, der Sie bedient hat, Trinkgeld bekommt. Die Inspektoren, die ihre nicht angekündigte Kontrolle durchgeführt haben, können das Trinkgled als Überschuss wegen nicht ausgestellter Rechnung erklären. Üblich ist es, dass der Kellner am Ende seiner Schicht die Abrechnung macht, die Kasse abstimmt und den Rest nimmt. Der Inspektor der Steuerbehörde, der den Überschuss bemerkt, bestraft den Lokalbesitzer mit einer hohen Strafe und vorübergehender Sperrung des Lokals.  

Das Gesetz über die Fiskalisierung hat das Problem mit dem Trinkgeld nicht geregelt, es ist nicht verboten aber auch nicht mit der Fiskalisierung abgestimmt. Das könnte ein Problem für viele Lokalbesitzer aber auch für die Angestellten werden. Bzw., falls der Gast dem Kellner Trinkgeld gibt, müsste er dieses statt in die Kasse in die eigenen Taschen stecken.

Die Steuerbehörde müsste daher eine Richtlinie vorschreiben, mit der das Trinkgeld in Lokalen reguliert wäre, bzw.  „der Rest" in Geschäften und anderen Gewerben ab 1. April und ab 1. Juli bei allen anderen Fiskalisierungspflichtigen, oder sie sollten gesetzlich vorschreiben, dass das Trinkgeld nicht gegeben werden darf.

Auf die Frage über die Sperrung des Lokals wegen 50 kn Überschuss in der Kasse, bzw. ob das Trinkgeld reguliert wird antwortet die Steuernehörde, dass schwer zu glauben ist, dass potentielle Trinkgeldbeträge mehr als 20% des vorgezeigten Umsatzes betragen, was bei der Kontrolle der Rechnungsausstellung und beim Vergleich des Umsatzes in der Kasse sehr oft vorkommt.