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Über die Prozedur

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Fiskalisierung in Kroatien

Das Gesetz über die Fiskalisierung wurde vorgeschlagen, um den Steuerbetrug bei den Subjekten zu vermeiden, die ihre Rechnungen in Bargeld bezahlen, wie zum Beispiel im Einzelhandel und in gastgewerblichen Objekten. Jährliche Steueranmeldungen zeigen, dass angemeldete Umsätze vieler Subjekte aus diesen Tätigkeiten sehr gering sind, das weist darauf hin, dass in vielen Fällen keine Rechnungen ausgestellt werden oder dass diese in der Praxis manipuliert werden. Um das erfolgreich zu verhindern, ist durch den Gesetzesvorschlag die Einf[hrung eines Fiskalisierungsprozesses vorgesehen – eine Gruppe von Maßnahmen, durch welche eine Kontrolle über die Ausstellung der Rechnungen bei Barumsatz eingeführt wird.

Erfahrungen der Länder mit fiskalen Zonen – Bosnien und Herzegowina, Serbische Republik, Serbien und Albanien sind veraltete Konzepte, die die Arbeit eines kleinen Ladens oder Obstladens mit einer oder zwei Kassen unterstützen. Diese haben keine qualitativ hochwertige Lösung wie die großen Einkaufsketten und auch keine komplexen Verkaufsmodelle wie: Anzahlungen, Marketingaktionen, (z.B. 1+1 Gratis), Verkauf der Artikel in größeren Mengen, Einkäufe mit Gutscheinen, Geschenkgutscheine, Abrechnungsbelege, steuerfreie Einkäufe (Diplomaten und Konsulaten).

Weiterhin bildet die beschränkteAnzahl der Zeichen für Menge und Preise Probleme für fiskale Lösungen mit Druckern. Die Fiskalisierung reduziert den Steuerbetrug, kann aber andererseits große Kosten für die Händler bedeuten, falls die Grundlage der Lösung zusätzliche Hardware ist. Die Softwarelösung für die Durchführung der Fiskalisierung ist eine gute Wahl, da diese finanziell nicht zu aufwendig ist und bedeutet auch keinen Geldabfluss aus Kroatien, die bei einer Hardwarelösung (Drucker) eintreten würde, denn es käme zu einem Import der Geräte aus anderen Ländern.

Der Fiskalisierungsprozess beginnt mit der Anschaffung eines FINA (Finanzagentur) Digitalzertifikats, das für die elektronische Unterschrift auf den Rechnungselementen benutzt wird sowie für die Identifikation des Fiskalisierungspflichtigen bei elektronischem Datenaustausch.

Elemente jeder Rechnung werden an das Finanzministerium und das Steueramt geschickt. Das bedeutet in der Praxis einer Firma, dass die Rechnungen unbedingt über elektronische Zahlungsgeräte (POS) ausgestellt werden, die über das Internet verbunden sein müssen, was bedeutet, dass jede einzelne Verkaufsstelle eine Internetverbindung haben muss. Die Software für die Ausstellung der Rechnungen muss entsprechend angepasst werden. Der Verarbeitungsprozess ist recht einfach, die fiskale Software registriert jede Rechnung , um diese auszudrucken und dem Käufer übergeben zu können und muss ihr die vom Steueramt eindeutige Identifikation der Rechnung hinzufügen.

Ein Problem im Fiskalisierungsprozess könnte die Geschwindigkeit bei der Ausstellung der Rechnungen sein, da eine große Anzahl an Daten mit Rechnungen parallel übers Internet geschickt werden, um vor der Ausstellung die eindeutige Identifikation der Rechnung zu bekommen, die auf der Rechnung stehen muss. Nach einigen Meinungen sind vorgesehene zwei Sekunden Wartezeit nicht realistisch, diese basiert auf der Einschätzung, dass täglich 10 Millionen Barrechnungen ausgestellt werden – bzw. 276 Rechnungen pro Sekunde. Bei der Berechnung wird davon ausgegangen, dass in den Nachmittagsstunden diese Anzahl pro Sekunde vier Mal größer sein könnte. Neujahr und Ostern sind ebenfalls Tage, an welchen die Anzahl der Rechnungen schwer einzuschätzen ist.

Das Gesetz schreibt eine ununterbrochene Reihenfolge der Rechnungen vor (bzw. Rechnungsnummern von 1 bis n bei ausgestellten Rechnungen). Diese Information könnte problematisch werden, wenn man in Betracht zieht, dass verschiedene Verkaufsstellen einer Firma keine doppelten Rechnungskennungen haben dürfen, zusätzliche Komplikation ist auch der Übergang von der online auf die offline Führung der Rechnungen bei Strom – oder Internetausfall.

Obwohl die Prozesse der Zertifizierung und Ausstattung des Ministeriums für FINA und Apis IT reserviert sind, werden auch andere IT Unternehmen die Gelegenheit haben, aus der Fiskalisierung ein Geschäftsmodell zu kreieren. Softwareunternehmen, die sich mit der Software für Kassen beschäftigen, werden an der Modifizierung bestehender Softwarelösungen verdienen, während Hardwareunternehmen eine zusätzlich notwendige Aufrüstung für die Verbindung der Kassen zum Internet anbieten werden. Anbieter von Internet Dienstleistungen werden auch durch die Fiskalisierung beteiligt werden. Die Zeit, die den Softwareunternehmen für die Änderung ihrer Produkte zur Verfügung steht, ist ziemlich kurz.

Das größte Problem ist, dass es immer noch keine technische Dokumentation gibt. Grundlegende Elemente sind unbekannt, wie zum Beispiel das XML Format für die Verschickung der Daten an das Steueramt. Der Fiskalisierungsprozess der Kassen beginnt mit der Übernahme des Demozertifikats im September 2012 und der allgemeinen technischen Bedingungen am 1. Oktober. Die Testumgebung wird am 1. Dezember und die Produktion ab der Anwendung des Gesetzes am 1.1.2013 zugängig sein.